
Kosmetik ist in unserer Gesellschaft allgegenwärtig. Für viele Menschen bedeutet sie Make-up, äußere Schönheit und Selbstoptimierung. Doch was Kosmetik wirklich ist geht weit darüber hinaus. Als Kosmetikerin mit jahrzehntelanger Erfahrung habe ich ein ganz anderes, tieferes Verständnis davon gewonnen:
Kosmetik ist für mich die Kunst, die natürliche Gesundheit und Schönheit der Haut zu unterstützen und zu bewahren, nicht sie hinter einer Maske zu verstecken.
In der breiten Öffentlichkeit wird Kosmetik häufig reduziert auf:
💄 Schminken
💅 Kunstnägel
👁️ Aufgeklebte Wimpern
💉Trend-Behandlungen ohne Rücksicht auf Hautgesundheit ⚠️
Diese Trends mögen auf den ersten Blick schön erscheinen, doch sie haben oft Schattenseiten, die in der allgemeinen Wahrnehmung viel zu wenig Beachtung finden.
Künstliche Nägel sind in der Beauty-Szene extrem beliebt. Doch oft wird vergessen:
✔️ Die natürliche Nagelplatte wird vor dem Auftragen meist stark angeschliffen, schädlicher mechanischer Stress für den Nagel, die Schutzfunktion wird beeinträchtigt.
✔️ Acryl- und Gelprodukte enthalten u.a. Methacrylate bzw. Acrylatbestandteile, die sensibilisierend wirken und Kontaktdermatitiden auslösen können.
✔️ Die Entfernung oft mit Aceton oder Fräsen kann die Nägel zusätzlich austrocknen, schwächen und ihnen ihre natürliche Schutzfunktion nehmen.

👉 Meine Meinung: Eine dauerhaft gesunde Nagelstruktur wird durch wiederholte Nagel-Modelage oft gefährdet, etwas, das meiner ganzheitlichen Sicht auf Kosmetik widerspricht.

Wimpernverlängerungen werden häufig ohne fundierte Ausbildung oder dermatologische Kenntnisse angeboten und sind in vielen Fällen nicht reguliert. Die Kleber enthalten oft sensibilisierende Inhaltsstoffe, manche sogar Formaldehyd oder andere aggressive Chemikalien, die Allergien, Irritationen oder Entzündungen am Lidrand auslösen können.
Eine unsachgemäße Anwendung kann zu chronischer Reizung der Augenlider und Schädigung der natürlichen Wimpern führen, die danach dünner und schwächer nachwachsen.
👉Meine Meinung: Solche Behandlungen gehören nicht zur klassischen Kosmetik. Sie können Risiken für Augen und Haut bergen, auch wenn sie professionell durchgeführt werden.
Kunstnägel, Wimpernverlängerungen und ähnliche Anwendungen verstehe ich als dekorative Beauty- oder Styling-Leistungen. Ihr Ziel ist eine sichtbare, meist temporäre optische Veränderung, nicht die Unterstützung natürlicher Haut-, Nagel- oder Körperfunktionen.
Das ist nicht falsch, aber etwas grundsätzlich anderes.
Kosmetik im ursprünglichen Sinn arbeitet gesundheitsorientiert, regulierend und stabilisierend. Sie setzt dort an, wo der Körper Unterstützung braucht, um seine eigenen Funktionen wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Diese klare Trennung ist mir wichtig, zum Schutz der Haut, zur Orientierung der Kundinnen und zur Wertschätzung eines Berufs, der weit mehr ist als äußere Verschönerung.

Diese Unterscheidung wird besonders wichtig, wenn wir den Blick auf die Hautpflege selbst richten. Denn auch dort zeigt sich ein ähnliches Spannungsfeld: zwischen dem Anspruch, die Haut zu unterstützen und der Realität vieler Produkte, die sie eher überfordern als entlasten.
In meiner täglichen Arbeit sehe ich immer mehr Haut, die empfindlich, gereizt und aus dem Gleichgewicht geraten ist. Und je genauer man hinschaut, desto drängender wird eine Frage:
Was muten wir unserer Haut eigentlich tagtäglich zu?
Sobald wir beginnen, die Inhaltsstofflisten der Pflegeprodukte bewusst zu lesen, stellen sich folgende Fragen: Warum werden diese Stoffe, von denen man weiß, dass sie die Hautbarriere schwächen können, so häufig eingesetzt?
Für mich ist Kosmetik viel mehr als bloßes Verschönern.
Kosmetik hängt eng mit dem Begriff Kosmos zusammen. Hier geht es darum, Zusammenhänge zu erkennen und natürliche Rhythmen zu erkennen und ggf. sanft korrigierend Einfluss zu nehmen. Die Kosmetik arbeitet harmonisierend mit gesunden Menschen und soll nach ihrer ursprünglichen Bedeutung, den Menschen helfen, ihre Gesundheit zu erhalten, beziehungsweise da regulierend eingreifen, wo schon erste Anzeichen eines Ungleichgewichts bestehen, aber noch keine Krankheit entstanden ist.
Meine Ansprüche an Kosmetik, die ihrer tieferen Bedeutung gerecht wird sind folgende:
Sie sollte:
die natürlichen Hautfunktionen unterstützen
die Hautbarriere und Regenerationsprozesse stärken
individuell auf Hautzustand und Lebensumstände abgestimmt sein
Ernährung, Lebensstil und Gesundheit mitbeachten
zum allgemeinen Wohlbefinden beitragen
und das Selbstwertgefühl unterstützen
Eine gute Kosmetikerin sollte folgende Kenntnisse haben:
✨ Hautphysiologie und Dermatologie
✨ Inhaltsstoffe und ihre Wirkung
✨ Ernährung und Hautzusammenhänge
✨ Mögliche Nährstoffdefizite und deren Hautsignale
✨ Einfluss von Stress und Hormonen auf die Haut
…und diese Aspekte auch in individuelle Pflege-Empfehlungen integrieren, statt nur Produkte mit dem Argument “Das spendet der Haut Feuchtigkeit”zu verkaufen.

In den 1990er und frühen 2000er Jahren war der Wellness- und Spa-Trend stark im Kommen. Die Branche verschmolz klassisches Wohlbefinden mit Fitness, Entspannung und einer ganzheitlichen Sicht auf Schönheit. Wellness-Hotels, Spa-Behandlungen und Gesundheitsangebote erfuhren einen echten Boom, da Fitness-Studios und Tourismus die Verbindung zu Gesundheits- und Erholungsangeboten intensivierten.
Damals war die Kosmetik oft stärker mit ganzheitlichem Wohlbefinden und regenerativen Behandlungen verbunden. Heute ist dieser Fokus in der öffentlichen Wahrnehmung leider etwas verloren gegangen.
Vielleicht ist es an der Zeit, Kosmetik wieder klarer zu definieren. Nicht als Teil einer schnelllebigen Beauty-Industrie, die sich an Trends orientiert, sondern als eigenständiges Fachgebiet mit Verantwortung für Hautgesundheit, Balance und langfristiges Wohlbefinden. Kosmetik darf sich weiterentwickeln,doch sie sollte wissen, wofür sie steht.
Wie siehst du das? Sollte sich Kosmetik deutlicher von dekorativen Beauty-Leistungen und vergänglichen Trends abgrenzen, um ihrem ursprünglichen Anspruch wieder gerecht zu werden?
Über mich

Hallo, ich bin Tanja,
Kosmetikerin und Lehrerin an einer Kosmetikschule.
Meine Leidenschaft?
Frauen wie dich dabei zu begleiten, ihre Haut wirklich zu verstehen – und nicht länger gegen sie zu kämpfen.
Denn Hautprobleme sind oft mehr als nur ein oberflächliches Thema. Sie sind ein Ausdruck innerer Ungleichgewichte – körperlich, seelisch, manchmal auch hormonell oder stressbedingt.
Hier auf meinem Blog bekommst du fundiertes Wissen, ganzheitliche Impulse und wertvolle Aha-Momente rund um das, was deine Haut wirklich braucht.
Ich teile mit dir Erkenntnisse aus meiner mehr als 35jährigen Berufspraxis und aktuelle wissenschaftliche Hintergründe.
Mein Wunsch ist, dass du dich nicht nur in deiner Haut wieder wohlfühlst – sondern dich kraftvoll, gesund und selbstsicher zeigen kannst.
Denn deine Haut kann ein Spiegel deiner Stärke und deines inneren Strahlens werden🤍.
und seit 35 Jahren staatlich geprüfte Kosmetikerin und Lehrmen raus
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